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B i o C h e m T e c E n g i n e e r i n g

Kommentare

Es wird kein Tag vergehen, an dem die Mineralölindustrie und deren Lobbyisten nicht versuchen den Einsatz von biogenen Kraftstoffen zu vermeiden, zu verteufeln oder deren Herstellung durch immer mehr Restriktionen zu erschweren bzw. unmöglich zu machen

Die Politiker der EU und Deutschlands (Umwelktbundesministerium) beweisen immer wieder dass sie kein Plan haben. Sie treffen Entscheidungen, die nicht nachzuvollziehen sind und die ganze biogene und alternative Kraftstoffbranche völlig verunsichern und immer mehr Produktionsanlagen aufgeben. Soll das der Sinn sein? Dazu einige Beispiele:

Palmmethylester soll ab 2020 nicht mehr in die EU importiert werden. Eine prinzipiell richtige Entscheidung, weil immer noch Urwälder brandgerodet werden. Aber die 37. BImSchV soll so geändert werden, dass zukünftig Co-HVO in den fossilen Diesel eingemischt werden soll. Co-HVO wird vorzugsweise aus Palmöl hergestellt. Geht es noch?

Der Begriff der Upstream-Emissions-Reduction (UER) wurde in der kürzlich verabschiedeten Richtlinie 2015/652 des Rates der EU „zur Festlegung von Berechnungsverfahren und Berichterstattungspflichten gemäß der Richtlinie 98/70/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen“ eingeführt und soll die Umsetzung von Artikel 7a der EU-Richtlinie über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen (Kraftstoffqualitätsrichtlinie, engl. Fuel Quality Directive, FQD) vorantreiben. Aktuell findet eine Konsultation zwischen der Europäischen Kommission, Experten aus den Mitgliedsstaaten und wesentlichen Beteiligten mit dem Ziel statt, ein gemeinsames Verständnis für die Umsetzung der FQD zu entwickeln. Die Europäische Kommission gab bekannt, dass als Ergebnis dieser Konsultationen ein nicht verbindlicher Leitfaden zu Herangehensweisen bei der mengenmäßigen Bestimmung, Überprüfung, Validierung, Kontrolle und Berichterstattung bezüglich der Reduzierung von Upstream Emissionen (Upstream Emission Reductions, UERs) entstehen soll.

UER =
- Erkundung und Erschließung von Lagerstätten,
- Herstellung und Gewinnung des Erdöls,
- Aufbereitung des Erdöls,
- Transport des Rohstoffs zur Raffinerie
n

Das Ergebnis wird sein dass die THG-Emissionen durch fossile Kraftstoffe reduziert werden. Das kann das AUS für alle biogenen und alternativen Kraftstoffe bedeuten. Typisch ist allerdings, dass wiedermal nicht die Nachhaltigkeit bei der Förderung von Erdöl gefordert wird (z.B. beim Fracking, Aufarbeitung von Ölschiefer) und dass entsprechende umfassende und unabhängige Kontrollen für die tatsächlichen Emissionsreduzierungen fehlen. Geht es noch?

Der Wunsch der EU bis 2030 (RED II) ist es zukünftig Biodiesel möglichst nur noch aus tierischen Fetten, used cooking oil und anderen fettigen/öligen Abfällen herzustellen und möglichst keine reinen Pflanzenöle einzusetzen. Der Rapsanbau ist aber ein wichtiger Teil der Landwirtschaft. (Fruchtfolge, Hektarerträge, weniger Schäden der Folgefrüchte) Es ist absehbar, wenn die EU diese Politik weiterführt, dass wieder für Flächenstillegungen Geld gezahlt werden muss und ein wichtiger Erwerbszweig der Landwirtschaft weg bricht. Geht es noch?
 

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